Muss es ein DIN-Norm-Ranzen sein?

DIN-Ranzen bieten eine gewisse Sicherheit, sind aber nicht immer zwingend.

Wie bereits unter der Erklärung zur Bedeutung der DIN-Norm 58124 beschrieben, werden bei der Prüfung nach der DIN-Norm verschiedene Punkte überprüft, die die Tauglichkeit eines Schulranzens für den Alltagsgebrauch sicher stellen sollen. Eine große Anzahl von Schulranzen erhalten nicht das Zertifikat nach DIN-Norm, weil sie nicht alle geprüften Anforderungen erfüllen. Zumindest für die Schulranzen der Markenhersteller kann man aber davon ausgehen, dass sie im Grunde fast alle Prüfanforderungen nach DIN erfüllen, mit Ausnahme des Punktes Verkehrssicherheit. Als verkehrssicher gelten nur Schulranzen, die retroreflektierende Streifen besitzen zur besseren Sichtbarkeit bei Dunkelheit und floureszierende Farbflächen, die besonders am Tage besonders auffällig sind. Viele Hersteller verzichten auf genau diese floureszierenden Farbflächen aus rein optischen Gründen.
Die Verkaufszahlen der Schulranzen belegen, dass die Kunden lieber Schulranzen ohne die Leuchtfarbenflächen kaufen. Vermutlich hat man sich über die Jahrzehnte an den grellen Farbflächen der Schulranzen satt gesehen. Es sind also einzig die Umsatzzahlen, die Verkaufschancen, die dazu führen, dass mancher Hersteller bewusst auf das DIN-Zertifikat verzichten. Bei einigen Herstellern kann man Leuchtfarbenflächen zusätzlich erwerben und an den Schulranzen anbringen.

Bei den Schulranzen der führenden Markenherstellern darf man davon ausgehen, dass sie die DIN-Norm erfüllen würden, wenn die Schulranzen die floureszierenden Flächen hätten. Schließlich haben diese Firmen einen guten Ruf zu verteidigen und möchten sich nicht Reklamationen ausgesetzt sehen. Man wird den Herstellern auch keine Gleichgültigkeit gegenüber der Verkehrssicherheit am Tage vorwerfen können, denn zu diesem Ergebnis kommt es nur durch das Kaufverhalten der Kunden, die auf die Leuchtfarben-Flächen verzichten möchten.

Die Frage, ob man einen DIN-Norm-Ranzen kaufen soll, bedeutet somit letztlich nur, dass man für sich selbst entscheiden muss, ob das eigene Kind einen Schulweg hat, bei dem es gefährlichem Straßenverkehr ausgesetzt ist, oder nicht.