Gefahr von Haltungsschäden durch schwere Schulranzen

Das Gewicht des Schulranzens sollte man beachten, damit der Schulstart nicht zum Fehlstart wird.

Die Gefahr von Haltungsschäden besteht, wenn Kinder auf Dauer zu schwere Schulranzen tragen müssen. Dies ist ein vermeidbares Risiko, aber leider gibt es keine generell gültige Festlegung, wie schwer ein Schulranzen sein darf.

Laut Aussagen von Orthopäden sei bei rund 20% der Kinder Haltungsschäden feststellbar – dies wären in Deutschland knapp 1 Million Kinder. Natürlich entstehen Haltungsschäden vor allem auch durch eine mangelnde Bewegung bzw. durch zu langes Sitzen der Kinder; grundsätzlich bewegen sich Kinder heute deutlich weniger, als früher. Aber gerade auch Fehlbelastungen durch zu schwere, oder ungeeignete Schulranzen können Fehlhaltungen herbeiführen. Die Wirbelsäule ist im Kindesalter noch nicht so belastbar und noch nicht so stabil, daher ist eine erhöhte Aufmerksamkeit auf den richtigen Schulranzen geboten.

Was kann man tun, um das Risiko von Rückenproblemen zu vermindern?

Auf das Eigengewicht des Schulranzens und Geeignetheit achten:

Ein Schulranzen sollte ohne Inhalt höchstens 1.300 Gramm schwer sein. Bei zierlichen Kindern sollte man ein möglichst noch leichteres Modell auswählen. Über die richtige Angabe zum maximalen Gewicht eines Schulranzens streiten sich die Geister. Dies ist auch nicht verwunderlich, denn ebenso wenig ist es möglich eine maximale Angabe zu Gewicht oder der Größe eines einzuschulenden Kindes abzugeben.

Ein ordentliches Tragesystem mit gepolsterten (mindestens vier Zentimeter breiten), längenverstellbaren Gurten sollte ein geeigneter Schulranzen haben. Aber die Eltern sollten die Gurtlänge immer wieder einmal auf die richtige Einstellung kontrollieren. Denn wird der Schulranzen mit zu langen Gurten getragen, besteht die Gefahr eines Hohlkreuzes, sind die Gurte jedoch zu kurz eingestellt können Brustwirbelsäulenverkrümmungen hervorgerufen werden.

Auf keinen Fall sollten die Kinder den Schulranzen auf nur einer Schulter tragen, denn dadurch können seitliche Wirbelsäulenverkrümmungen entstehen. Dies ist auch der Grund, warum wir grundsätzlich von der Verwendung von Schulranzen-Trolleys abraten, denn auch hier wird die Wirbelsäule nur einseitig belastet. Doch es kann auch Ausnahmen geben: Wenn zum Beispiel ein Kind unter „Eigenschweiß-Allergie“ leidet, kann auch ein Trolley als „das kleinere Übel“ ausnahmsweise in Betracht kommen.

Auf den Schulranzen-Inhalt achten:

Mindestens genauso wichtig, wie die Auswahl des richtigen Ranzens ist die fortdauernde Beobachtung des Inhalts des Schulranzens. Achten Sie bitte darauf, dass Ihr Kind nicht unnötiges Gewicht im Schulranzen mit sich trägt. Kontrollieren Sie, dass nicht zum Beispiel keine nicht benötigten Bücher mitgenommen werden. Falls nötig, kontrollieren Sie täglich, bis Ihr Kind gelernt hat selbst darauf zu achten, das nur das mitgenommen werden soll, was auch wirklich benötigt wird.

Manchmal ist es auch angebracht und ratsam, mit den Lehrern ein Gespräch zu führen (zum Beispiel an einem Elternabend), ob sich nicht Möglichkeiten aufzeigen, um unnötige Gewichtsbelastungen zu vermeiden.

Was man sonst noch vorbeugend vor Haltungsschäden tun kann:

Die Förderung einer ausreichenden Bewegung der Kinder ist sicher ein gewisser Ausgleich für die leider unvermeidbare Belastung durch den Transport der Schulmaterialien.
Aber auch auf die Ausstattung des Möbel für die Hausaufgaben sollten Sie achten, indem Sie einen geeigneten Stuhl und Tisch für Ihr Kind bereit halten. Es gibt speziell zertifizierte Stühle und Schreibtische für Kinder, die ergonomisch geformt sind und für die richtige Sitzhaltung sorgen. Zumindest sollte man sich bei der Anschaffung dieses Mobiliars an den zertifizierten Möbeln orientieren.